Heimarbeit – jetzt auch bei der Berliner Polizei

Ein Herzensprojekt der UNABHÄNGIGEN fand am vergangenen Freitag nach jahrelangen und intensiven Bemühungen mit der neuen Dienstvereinbarung zur Telearbeit ein positives Ende.

Mit dem Ziel der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurde die von den Gesamtbeschäftigtenvertretungen entworfene Dienstvereinbarung nach Überarbeitung durch SE Pers A durch die Polizeipräsidentin Fr. Dr. Barbara Slowik und dem GPR-Vorsitzenden Mirko Prinz unterzeichnet.

Damit wurde der rechtliche Rahmen für Telearbeit und mobiles Arbeiten geschaffen.Heimarbeit – jetzt auch bei der Berliner Polizei

In der Wirtschaft bereits seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert, tat sich die Berliner Polizei über einen langen Zeitraum schwer mit dem Gedanken, Mitarbeiter mit Sachbearbeitungsfunktion von zu Hause aus arbeiten zu lassen.

Dabei liegen die Vorteile auf der Hand.

Alleinerziehende Mütter und Väter, Mitarbeiter mit pflegebedürftigen Angehörigen oder Kollegen mit gesundheitlichen Einschränkungen haben jetzt individuell die Möglichkeit einen Antrag auf Einrichtung eines Heimarbeitsplatzes zu stellen.

Daneben könnten eine Entlastung bei den begrenzten Bürokapazitäten der Abschnitts- und Fachkommissariate positiv zu Buche schlagen.

Die Neustrukturierung der Berliner Polizei und die damit verbundene Reduzierung der Anzahl der örtlichen Direktionen von sechs auf fünf Gliederungseinheiten wirft die Frage der Unterbringung von Dienststellen auf. Werden aus sechs kleinen Kommissariaten nunmehr fünf großes, heißt es „Zusammenzurücken“ in den Büroräumen? Im Gespräch waren „Containerlösungen“, wie sie von Dienststellen nahe des Hauptbahnhofs schon seit Jahren genutzt werden. Doch ist dies das Bild einer modernen Hauptstadtpolizei?

Mit der Schaffung von Heimarbeitsplätzen nach Vorstellung der UNABHÄNGIGEN ist ein Meilenstein in die richtige Richtung errungen worden. Dienststellen können effizienter genutzt werden und die familiären Bedürfnisse von Mitarbeitern können sozialverträglich einbezogen werden.

Es bleibt die Frage der digitalen Sicherheit. Jedoch auch dies scheint unproblematisch, da seit geraumer Zeit auch in der Berliner Finanzverwaltung unter der Maßgabe des Steuergeheimnisses in Telearbeit gearbeitet wird.

In der Bußgeldstelle der Polizei Berlin wird die Telearbeit seit Jahren mit positivem Feedback praktiziert. Datenschutzrechtliche Notwendigkeiten wurden berücksichtigt und umgesetzt.

Die UNABHÄNGIGEN sind zuversichtlich, dass die digitale Sicherheit des mobilen Arbeitens durch entsprechende Hard- und Softwarekomponenten gesichert werden kann. Mit Blick auf die Vita der amtierenden Polizeipräsidentin gehen wir davon aus, dass dahingehend Konzepte und Erfahrungswerte für die Berliner Polizei vorhanden sind.

Jedoch müssen auch die dafür notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Hier ist die Innenverwaltung gefordert!

Zukunftsweisend wird auch das damit einhergehende überwiegend papierlose Arbeiten. Die Berliner Polizei könnte nach Umsetzung für sich in Anspruch nehmen, im digitalen Zeitalter angekommen zu sein.

Jörn Badendick