+++Gewerkschaft der Polizei propagiert Fake-News+++

Sensationshascherei auf dem Rücken der Beschäftigten? – Ein Zeitungsartikel der „Welt“* schafft Klarheit!

Mit Erstaunen haben wir die Veröffentlichung der Gewerkschaft der Polizei vom 17.10.2017 zur Kenntnis genommen.

Die GdP äußerte den Verdacht, zwei Mitglieder des Gesamtpersonalrates würden einen Paintball-Handel mit einem verurteilten Neonazis betreiben und mit diesem sympathisieren.*

Nunmehr stellt sich heraus, dass diese Gerüchte offenkundig von einer unserer Personalvertretungen selbst aufgebauscht wurde.

Wir bemerken erneut, dass die Gewerkschaft der Polizei durch ein unprofessionelles mediales Auftreten das öffentliche Ansehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Polizei beschädigt.

Bereits die öffentlichen Bekundungen der Gewerkschaft der Polizei zum laufenden Verfahren im Fall Anis Amri erweisen sich als wenig hilfreich.
Die Verteidigung gegen etwaige straf- oder diziplinarrechtliche Vorwürfe sollte einem fachkundigen Rechtsanwalt innerhalb des gesetzlich vorgesehenen Prozederes überlassen bleiben.

Ebenso wirkte der unbeholfene Kommentar des GdP-Pressesprechers Benjamin Jendro zum Vorwurf der Party-Polizisten auf dem G20-Gipfel (sinngemäß) „Die Kollegen hätten sich eben gelangweilt“ regelrecht als Brandbeschleuniger in der Medienlandschaft.

Ein solches Verhalten ist mit den Ansprüchen der Beschäftigten an eine integere Personalvertretung unvereinbar.
Der Begriff „Beschäftigtenvertretung“ setzt bereits voraus, dass eine Gewerkschaftsorganisation ihre Mitglieder vertritt und keine Effekthascherei zur Bedienung der öffentlichen Schaulust betreibt.

Die Gewerkschaft der Polizei, insbesondere deren Vertreterin im Gesamtpersonalrat, Beatrice Hsu, sollten zur Kenntnis nehmen, dass ihre öffentlich getätigten Äußerungen den täglichen Dienst jeder Einsatzkraft in Frage stellen und erschweren.

Die zahlreichen Kolleginnen und Kollegen, die vielfach ihre persönlichen Belange zurückstellen müssen und mit Herzblut und Hingabe für die Sicherheit unserer Hauptstadt eintreten, haben eine solche Behandlung aus den eigenen Reihen schlichtweg nicht verdient.

Wenngleich die Gewerkschaft der Polizei nach den vergangenen Personalratswahlen nicht mehr im Vorstand des GPR vertreten ist, entbindet sie dies jedendfalls nicht von ihrer Verantwortung im Umgang mit den Medien.

Für den Vorstand der UNABHÄNGIGEN

Jörn Badendick

 

 

 

 

*Hintergrundinfo:

  1. Veröffentlichung der Gewerkschaft der Polizei vom 17.10.2017:

https://www.gdp.de/gdp/gdpber.nsf/id/DE_Verurteilter-Nazi-kassiert-volle-Bezuege-Verdacht-der-Nebenbeschaeftigung-mit-GPR-Mitgliedern?open&ccm=000

2. Veröffentlichung des „Polizeireporters“ Andreas Kopietz in der Berliner Zeitung vom 17.10.2017:

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/polizei/neonazi-berlin-bezahlt-suspendierten-polizisten-seit-zehn-jahren-28601624

3. Faktencheck in der Veröffentlichung der „Welt vom 19.10.2017:

https://www.welt.de/politik/deutschland/article169730179/Suspendierter-Polizist-bezieht-volle-Bezuege-seit-zehn-Jahren.html